Kriminalpädagogisches Schülerprojekt Siegen KPS

Ablauf

Die Entscheidung über die Teilnahme am Schülerverfahren trifft immer die Staatsanwaltschaft. Seitens der Polizeibehörde werden in der Regel entsprechende Vorschläge gemacht.

 

KPS 1. Polizei und Staatsanwaltschaft
Hält die Polizei den Fall für geeignet, wird den Jugendlichen schon dort die Möglichkeit einer Teilnahme am Projekt vorgeschlagen. Entsprechende Einverständniserklärungen der Erziehungsberechtigten und der Jugendlichen werden eingeholt. Im weiteren Verlauf entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob der Fall für das KPS-Projekt geeignet ist, und leitet die Ermittlungsakte an die BRÜCKE Siegen e.V. weiter.

 

Auch ohne Vorschlag der Polizeibehörde kann der Staatsanwalt den Fall an den BRÜCKE Siegen e.V. schicken, da auch von dort Einverständniserklärungen eingeholt werden.

 

KPS 2. Vorgespräch
Sobald die Akte beim Verein BRÜCKE Siegen e.V. eingeht, werden der Jugendliche und seine Erziehungsberechtigten zu einem Informationsgespräch / Vorgespräch eingeladen.

 

Das Gespräch wird von der betreuenden Sozialpädagogin geführt, manchmal in Begleitung eines KPS-Gremiumsmitgliedes.

 

Dem Delinquenten wird der Sachverhalt und der Verfahrensablauf erklärt. Er wird auf die Möglichkeit hingewiesen selbst Sanktionen vorzuschlagen, mit denen er seine Tat wieder gut machen könnte. Diese können in die Entscheidungen der Gremiumssitzung über eine Sanktion mit einfließen.

 

KPS 3. Die Gremiumssitzung
Nach ca. einer Woche findet das gemeinsame Gespräch mit dem Schülergremium, im Beisein einer Sozialpädagogin im Hintergrund, statt.

 

Im gemeinsamen Gespräch mit dem Delinquenten werden, neben der familiären und persönlichen Situation, dessen Fehlverhalten und die Hintergründe der Tat ausführlich besprochen. Auch die Folgen der Tat und die Reaktionen des persönlichen Umfeldes des Beschuldigten werden mit einbezogen.

 

Im Anschluss an das gemeinsame Gespräch berät sich das Gremium kurz allein, um unter Berücksichtigung der Vorschläge des Beschuldigten, soweit diese angebracht und durchführbar sind, geeignete Sanktionen festzulegen und diese in einer Vereinbarung schriftlich zu fixieren.

 

Sofern der Beschuldigte einverstanden ist, unterschreibt er die Vereinbarung im Anschluss an die Sitzung.

 

Mögliche Sanktionen können sein:

KPS Was geschieht nach der Gremiumssitzung?
Für die Überwachung der Einhaltung der Sanktionen und den Austausch mit Polizei und Staatsanwaltschaft ist der Verein BRÜCKE Siegen e.V. zuständig. Werden die festgesetzten erzieherischen Maßnahmen/Sanktionen erfüllt, wird die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gemäß § 45 Abs. 2 JGG voraussichtlich einstellen, ohne dass es zur Anklageerhebung, bzw. zur Gerichtsverhandlung kommt. Auch die Polizei bekommt hier rüber einen Bescheid.

 

 

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