Kriminalpädagogisches Schülerprojekt Siegen KPS

Sozialpädagogische Begleitung des Projektes

 

Das Projekt und jeder zu behandelnde Fall wird stets sozialpädagogisch betreut. Bei allen Verfahrensschritten ist eine Sozialpädagogin involviert und anwesend (bei der Gremiumssitzung jedoch nicht mit den Jugendlichen am Tisch sondern im Hintergrund).

 

Nach jeder Gremiumssitzung findet eine ausführliche Reflektion mit den Gremiumsmitgliedern statt, welche den SchülerInnen ein Feedback und mögliche alternative Vorschläge gibt.

 

Die Gremiumsmitglieder sind sich darüber im Klaren, dass sie weder die Stellung noch die Funktion eines Richters haben. Sie sind sich ihrer Aufgabe bewusst, nicht die Strafe zu sehr in den Vordergrund zu rücken, sondern sie versuchen dem Jugendlichen, in einem respektvollen Umgang miteinander und auf Augenhöhe, sein eigenes Fehlverhalten zu verdeutlichen, ihn zur Einsicht zu bewegen und ihn dadurch vor Wiederholungstaten zu bewahren.

 

Im Rahmen der Gespräche wird das Augenmerk auch darauf gerichtet, ob der jugendliche Straftäter intensiverer Unterstützung bedarf, so dass die Sozialpädagoginnen weitere Hilfsangebote einleiten, sollte dies erforderlich sein. Hierzu wird das entsprechende zuständige Jugendamt kontaktiert. Die Jugendämter der Stadt Siegen und des Kreises Siegen Wittgenstein werden über alle KPS-Fälle informiert.

 

Evaluierung
Die Evaluierung mehrerer Projekte ergab, dass in den meisten Fällen ein offenes Gespräch zwischen Schülern und Beschuldigten zustande kommt und dass die Schüler sich viel Zeit dafür nehmen. Fast immer können sich die Beteiligten auf eine Maßnahme einigen, und nur selten gibt es bei ihrer Durchführung Probleme. 

 

Studien ergaben übereinstimmend, dass sich die Projektteilnehmer strafrechtlich eher günstiger entwickelt haben als vergleichbare Täter, die ein justizielles Verfahren durchlaufen hatten. Die Bedeutung des Schülerverfahrens sollte aber weniger an der Rückfallrate gemessen werden. Sie liegt vielmehr darin, dass den jugendlichen Tätern die Möglichkeit zu einer ausführlichen Aussprache mit Gleichaltrigen gegeben wird, in deren Verlauf sie sich Gedanken über die Folgen ihrer Tat, etwa im Hinblick auf den Geschädigten oder auf die eigene Zukunft, machen können, und dass sie in die Maßnahmenfindung einbezogen werden.

Dies macht das Schülerverfahren zu einer sinnvollen Variante der Diversion.

 

Zum Weiterlesen