Kriminalpädagogisches Schülerprojekt Siegen KPS

Was ist das?

„Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, dass im jugendlichen Alter die Meinung von Altersgenossen besonders viel zählt. Reaktionen Gleichaltriger sind deshalb in besonderem Maße geeignet, jugendliche Straftäter positiv zu beeinflussen. Wir wollen diese Überzeugungskraft nutzen, um bei jungen Tätern Unrechtbewusstsein zu wecken und Respekt vor dem Recht zu fördern“. (nach: Justizminister Weiß; München, 15.01.2003)

 

Vorreiter der deutschen Schülergremien sind die US- amerikanischen Teen- Courts. Jugendliche Ersttäter können sich anstelle des förmlichen Jugendstrafverfahrens für ein Schülergremiums- Gespräch entscheiden.

 

Das Schülergremium besteht in der Regel aus 3- 4 Jugendlichen. Diese führen ein Gespräch mit dem jugendlichen Täter und befragen ihn dabei über die Gründe und Motive seiner Tat. Im Anschluss des Gespräches beraten sich die jugendlichen Gremiumsmitglieder und entscheiden über eine „erzieherische Maßnahme“. Kommt der jugendliche Täter der erzieherischen Maßnahme nach, wird das Verfahren von Seiten der Staatsanwaltschaft zumeist eingestellt.

 

Sinn der Maßnahme ist es, Einsichten in Fehlverhalten durch Intervention auf Augenhöhe zu erzeugen. Die Konzeption setzt auf die Erfahrung, dass Jugendliche in einer Entwicklungsphase, in der sie sich von der Autorität der Erwachsenen lösen, Austausch und Rückhalt bei Gleichaltrigen suchen und auf deren Urteil Wert legen.

 

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