Sozialdienstvermittlung für Erwachsene

Was ist das?

Wenn jemand seine Geldstrafe nicht zahlen kann bleibt oft nur die sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe, die dazu dienen soll, dass die oder der Verurteilte die Tagessätze „absitzt“. Das kostet nicht nur viel Geld und belegt knappe Haftplätze, zudem bekommt die oder der Verurteilte zusätzliche Probleme, weil Bindungen zur Familie oder dem Berufsleben für eine bestimmte Zeit unterbrochen werden. Wenn ein straffällig gewordener Mensch oder ein Verurteilter stattdessen gemeinnützige Arbeit verrichtet, dient dies am Ende allen Beteiligten mehr.

Rechtliche Grundlagen
Sozialdienstvermittlung für Erwachsene, nach Auflagen und Weisungen in der Folge von vorläufiger Verfahrenseinstellung nach § 153a StPO, oder als Ersatz für die Vollstreckung kurzer Freiheitsstrafen, nach Verordnung über die Tilgung uneinbringlicher Geldstrafen durch freie Arbeit und aufgrund des Artikels 293 Abs. 1 Satz 1 und 4 des Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch §1.

Gemeinnützige Arbeit
Kann jede Tätigkeit für die Allgemeinheit sein, z.B. die Anlage, Pflege und Reparatur von Grünanlagen, Kinderspielplätzen oder Friedhöfen, Reinigungs- und Hilfsarbeiten in einer Sozialstation oder einem Krankenhaus, Hilfsarbeiten bei einem Heimat- oder Sportverein, Jugendzentren, Schwimmbäder usw., in allen Einrichtungen, deren Gemeinnützigkeit anerkannt ist.

Gemeinnützige Arbeit kann bei den unterschiedlichsten Stellen und an den unterschiedlichsten Orten geleistet werden, z.B. in staatlichen, kommunalen oder kirchlichen Einrichtungen und für gemeinnützige Vereine jeder Art.

Gemeinnützige Arbeit kostet die Einsatzstellen nichts und die Betroffenen leisten sinnvolle Arbeit für die Gemeinschaft.

Die Folgen einer Inhaftierung sind nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für die Gesellschaft nicht im Sinne der Rechtsprechung. Durch eine Haftstrafe entstehen zum Einen soziale Kosten, zum Anderen werden durch die Verbüßung der Ersatzfreiheitsstrafe zahlreiche Haftplätze in den ohnehin stark belasteten Vollzugsanstalten des Landes in Anspruch genommen.

Diesen negativen Auswirkungen soll dadurch begegnet werden, dass dem zahlungsunfähigen Verurteilten die Möglichkeit eingeräumt wird, die ihm auferlegte Geldstrafe durch gemeinnützige Arbeit zu tilgen.

Die dafür vorgesehenen Einsatzstellen erreichen mittlerweile eine Zahl von weit über 100 gemeinnützige Einrichtungen in Stadt und Kreis Siegen. Jährlich akquirieren die MitarbeiterInnen des BRÜCKE Siegen e.V. neue Einsatzstellen und arbeiten eng und konstruktiv mit den dort Beschäftigten zusammen.

 

Zum Weiterlesen